Newsletter vom 3. November 2002: Reise im Oktober 2002

 

Inhalt:

 

- Wir sind gesund aus Afghanistan in die Schweiz zurückgekehrt

- Made by women in Afghanistan: Das Trainingsprogramm beginnt mit 15 Frauen in diesen Tagen

- kurzer Outlook

 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

 

Oktoberreise

Manuel und ich sind während einem Monat intensiver Reisetätigkeiten aus Afghanistan gesund in die Schweiz zurückkehrt. Wegen Sicherheitsproblemen in Zentralafghanistan mussten wir den ursprünglichen Plan, die Zentralroute von Herat nach Kabul zu begehen, ändern. Das erste Stück der Zentralroute bis nach Chesht–e Sharif konnten wir passieren. Danach reisten wir auf dem Landweg zurück nach Herat. Von dort wählten wir die Südroute über Kandahar, um nach Kabul zu fahren. Von Kabul aus besuchten wir noch Bamiyan und Band-e Amir, was einen der absoluten Höhepunkte meiner Afghanistanreisen darstellt. Es war meine bisher eindrücklichste und längste Afghanistanreise. Ich bin beeindruckt von der Vielfalt des Landes und der Menschen.

Die restlichen drei Wochen in Kabul nutzten wir zum Aufbau unseres Projektes  „Made by women in Afghanistan“. Erwartungsgemäss wurden wir mit zahlreichen kleinen und grösseren Schwierigkeiten konfrontiert. Im Team gelangen uns dennoch einige wichtige Fortschritte. Insgesamt haben wir die Ziele im Projekt für diese Reise übertroffen. Die Räumlichkeiten, Lehrpersonen und der Geschäftsführer der bahargroup Afghanistan sind bereit, um nächste Woche die Ausbildung der 15 Frauen zur Lederverarbeiterin zu starten. Das Trainingsprogramm wird von Impuls Afghanistan getragen. Für die eigentliche Produktion und den Import und Export der Materialien sind wir in der Gründungsphase der bahargroup Afghanistan. Die Vollendung dieses Prozesses ist vom Gesetz vorgeschrieben und verlangt die Unterschriften von 5 Ministern!

In einigen Wochen gebe ich das Manuskript für das Lernmittel Aktuell zum Thema Afghanistan ab. Dieser Auftrag gibt mir die einmalige Möglichkeit, meine Erfahrungen und Eindrücke in Wort und Bild zu fassen. An der Universität möchte ich den Anschluss auch nicht verpassen. Ich bitte deshalb um etwas Geduld, bis der aktuelle Reisebericht mit allen Details vorliegt. Ich möchte den Text unter den Gedanken stellen: Jede Reise ist auch ein Stück Heimkehr.

 

Outlook

Eine zentrale Beobachtung der letzten Reise betrifft sicher den Wettbewerb um Hilfsprojekte in Afghanistan, der ein erschreckendes Mass angenommen hat. Ich sehe die Nachhaltigkeit des Aufbaus Afghanistans massiv gefährdet. Manuel und ich werden aus diesem Grund die Umsetzung des Konzeptes „Zur Hilfe organisieren“ jetzt schnell für uns umsetzen. Die Aktivitäten des Vereins Impuls Afghanistan werden sich auf die Betreuung des Ausbildungsprogramms in Afghanistan konzentrieren. Wir haben indirekt für etwa 100 Menschen die Verantwortung übernommen. Es muss uns schnell gelingen, mit unserer Idee „Made by women in Afghanistan“ ein finanziell erfolgreiches Geschäftsmodell zu implementieren, das uns von der Last befreit, Spendengelder für laufende Kosten aufbringen zu können. Wir setzen alles daran, erfolgreich auf dem Markt unsere Tasche zu platzieren und nachhaltig Mehrwert für Mensch und Umwelt zu schaffen. Über die genaue Strategie werde ich demnächst informieren.

Der finale Prototyp der Tasche wird in wenigen Tagen vorliegen. Die Investitionen in die Grundinfrastruktur und die Löhne für die Mitarbeiterinnen in Afghanistan sind in dieser Vorphase zur Produktion zu 50% gedeckt durch einige sehr grosszügige Spenden aus dem Kreis unserer treuesten Freunde. Ich möchte mich dafür von ganzem Herzen bedanken. Die Vision  „Giving Afghan development a new symbol“ hat ein Team von engagierten Menschen zusammengeführt.

Liebe Grüsse

 

Christian Gerig

 

 


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