Zusammenfassung:
- Newsletter
auf dem Internet: www.afghancash.com/Deutsch/Newsletter.asp
- Samstag 25. August 2001: Informations- und Begegnungsabend in
Zürich
- Fest der Freunde Afghanistans in Schwellbrunn
war ein Erfolg
- Das Visum für Tajikistan ist
da!!!!!!
- Hilfsgütertransport:
Solaranlage, Computer, Medikamente und Reflotron-gerät bereit.
- Aktuell: Taliban eröffnen
Untersuchung gegen 24 Mitarbeiter einer Hilfsorganisation. Nicht alles, was wir
in den Nachrichten hören, muss auch richtig sein. Die Situation könnte
eskalieren. Da helfen dann alle Botschafter der Welt nichts mehr.
Auch wir
müssen uns in dieser Zeit fragen, welchen Preis wir für unsere offene Informationspolitik
gegenüber den Medien zahlen können.
- Workshop
in Schwellbrunn: Das Team hat sich gefunden. Die Vorbereitungen der nächsten
Reise sind jetzt in der Endphase. Noch 20 Tage bis zum Abflug!
- Finanzen: wir werden die nötigen Mittel nicht mehr in
vollem Unfang bis zum 31. August besorgen können. Es entsteht voraussichtlich
ein Defizit von 10'000.-.
Liebe
Freundinnen und Freunde von AfghanCash!
Am
vergangenen Wochenende lud der Verein IMPULS AFGHANISTAN die Freunde
Afghanistans zu einem Grillfest nach Schwellbrunn ein. Knapp 40 Leute folgten
der Einladung. Es war eine fantastische Gruppe von Leuten. Unser jüngster Gast
war gerade mal 1-jährig. Unsere älteren Freunde waren über 80. Es trafen sich
Afghanen, Deutsche und Schweizer. Für mich persönlich war es eine bereichernde
und friedliche Begegnung der Kulturen. Es war bestimmt nicht das letzte Fest
dieser Art.
Afghanistan
ist in diesen Tagen wieder sehr aktuell. Schlagzeilen macht einmal mehr nicht
das Schicksal der hungernden Bevölkerung. Mit der Anklage von 24 Mitarbeitern
einer Hilfsorganisation wegen Missionierens haben sich die Taliban erneut sehr
extrem exponiert. Die Aktion ist als konsequente Fortsetzung einer Isolation
der Taliban zu deuten. Es spielt kaum eine Rolle, was die Mitarbeiter der
Hilfsorganisation wirklich falsch gemacht haben. Die Medien im Ausland haben
davon schnell und vielleicht auch manipuliert durch die Taliban ein Bild
gezeichnet. Die Gefahr sehe ich darin, dass das Ausland durch sein Vorgehen
Erwartungen an die Taliban stellt („Das könnt ihr nicht machen, das ist doch
barbarisch!“). Treibt man diese Gotteskrieger in die Enge, reagieren sie eben
sehr unberechenbar. Bamian war ein Beispiel, wie die Taliban auf unser
Entsetzen antworten. Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass die Taliban
bewusst vom eigentlich Problem, dem Krieg, ablenken.
Wir
hatten nicht mehr an einen Erfolg geglaubt. Da war die Überraschung um so
grösser, als wir am vergangenen Montag doch noch ein Visum für Tajikistan
erhielten. Eine der grösseren Hürden in der Vorbereitung der nächsten Reise ist
damit geschafft. Momentan versuchen wir noch das Visum für Usbekistan zu
erwirken. Das sollte aber kein grosses Problem mehr sein. Wir sind
zuversichtlich, dass wir am 31. August alle notwendigen Papiere beisammen
haben.
An
unserem Workshop in Schwellbrunn haben wir (Cindy, Farhad, Hasib, Manuel und
ich) in zwei Bereichen intensiv gearbeitet. Neben der Besprechung vieler
Kleinigkeiten bezüglich den Reisevorbereitungen und dem Programm haben wir uns
auch Zeit für eine Planung unserer langfristigen Ziele und Projekte genommen.
Es ist gefährlich, Idealist zu sein. Aber es ist befriedigend, ein ideales Ziel
seriös zu verfolgen. Wir haben in Afghanistan Verantwortung übernommen. Unsere
Aufgabe endet nicht nach der nächsten Reise. Deshalb ist es wichtig und
notwendig, unsere Aktivitäten noch breiter abzustützen. Das ist kein leichtes
Unterfangen.
Der
nächste Hilfsgütertransport ist seit gestern komplett. Unser Material wiegt 350
kg und besteht aus der Solaranlage, Computern, Medikamenten und einem Reflotrongerät
(Trockenlabor). Mit diesem Transport stossen wir klar an die Grenze des
Möglichen. Die Solaranlage ist sehr empfindlich und sperrig. Wir werden unsere
volle Aufmerksamkeit aufwenden müssen, um die 8 Kisten über all die Grenzen
sicher ans Ziel zu bringen.
Das
Ziel der Dokumentation unserer Aktivitäten ist auf einem guten Weg. Mit
grösster Wahrscheinlichkeit werden wir nach unserer nächsten Reise eine
10-minütige Fernsehsendung (Abenteuer Erde) ausstrahlen können. Ausserdem ist
ein Bericht im FOCUS geplant. Sicher erschien gestern im St.Galler Tagblatt ein
Interview von mir, von dem ich mich distanzieren möchte. Der Text ist
inhaltlich teilweise falsch. Leider konnte das nicht mehr rechtzeitig
korrigiert werden. Im Oktober erscheint ein Artikel von mir in WeltWeit.
Dann
möchte ich noch auf unseren nächsten Informationsabend in Zürich hinweisen, der
am 25. August (abends) stattfinden wird. Ich gebe rechtzeitig den genauen Ort
und die Zeit bekannt. Ihr seid herzlich eingeladen.
Die
Situation in Afghanistan wurde in den letzten Wochen nicht überschaubarer. Auch
wir als Verein sehen uns mit viel Misstrauen, Neid und Manipulation
konfrontiert. Ich hoffe, dass wir der Situation als Menschen gewachsen sind.
Idealismus stellt gelegentlich enorme Anforderungen. Einmal mehr bin ich froh
um den Rückhalt vieler grossherziger Freunde.
Vor
unserem Abflug am 31. August werde ich mich noch einmal mit einem Newsletter
bei euch melden.
Es
wünscht euch Glück und Frieden auf eurem Weg
Christian
(Präsident
von IMPULS AFGHANISTAN)
Fragen oder Anregungen?
AfghanCash-Hotline: 079 218 84 61
http://www.afghancash.com
Christian.Gerig@afghancash.com