AfghanCash-Newsletter vom 24. Januar 2001

 

 

Liebe Freunde von Afghancash!

 

Die letzten 3 Wochen waren für unser Projekt eine bewegte Zeit. Es haben sich einige interessante Kontakte ergeben. Natürlich mussten wir auch Enttäuschungen und Rückschläge hinnehmen, damit mussten wir aber rechnen. Der afghanische Virus hat mir noch einige Fieberschübe beschert, ist jetzt aber wohl ausgezogen.

 

In den vergangenen Wochen hatte ich die Gelegenheit zu mehreren sehr bereichernden Gesprächen. Unter anderem konnte ich mich mit Dr. Aman, dem ehemaligen Finanzminister und Herrn Attaie, dem ehemaligen Post- und Informationsminister jeweils ein längeres Gespräch führen. Die Informationen dieser Leute haben mein Verständnis für politische Zusammenhänge und wirtschaftliche Konsequenzen erheblich verbessert. Ein weiterer sehr interessanter Kontakt konnte über Dr. Bauer in die Asiatische Entwicklungsbank hergestellt werden. Die gewonnen Erkenntnisse werden direkt in die Gespräche mit Talibanvertretern auf der nächsten Reise einfliessen. Ebenfalls sehr erfolgreich war die Kontaktaufnahme mit Herrn Erst Mühlemann. Er brachte uns mit seinem guten Draht nach Bern unserem Ziel, die Sanktionen gegen Afghanistan zu verhindern, ein grosses Stück näher.

 

Leider musste die geplante Pressekonferenz in letzter Minute abgesagt werden. Die Gründe dafür sind vielschichtig und im Blickpunkt unsere Bemühungen auch nicht völlig einsichtig. Trotzdem erachte ich die Weitergabe unserer Informationen und Erfahrungen nach wie vor als eine der wichtigsten Aufgaben unserer Arbeit überhaupt. Entsprechend bemühe ich mich momentan, selber als Autor eigene Artikel in Zeitungen veröffentlichen zu können. Im Paris Match erschien am 18. Januar 2001 ein längerer Bericht über Afghanistan mit den Fotos unserer letzten Reise. Vom Text in diesem Bericht möchte ich mich allerdings distanzieren.

 

Vor einer Woche habe ich vom Ausschied von Silvia Berger aus unserem gemeinsamen Projekt erfahren. Damit stellt sich für mich nun die Frage, ob ich mich der Herausforderung Afghancash alleine stellen soll. Durch den Wegfall von Silvia Berger ergibt sich für mich ein erheblicher Mehraufwand. Am 2. Februar werde ich diesbezüglich eine endgültige Entscheidung treffen.

 

In den nächsten Tagen werde ich weiter an Artikeln schreiben und eine Präsentation unseres Projektes vorbereiten. Selbstverständlich prüfe ich in den kommenden Tagen auch Möglichkeiten und Kooperationen für das weitere Vorgehen. Das Projekt Afghancash steht an einem kritischen Punkt. Von der finanziellen Seite her muss ich durch die neuen personellen Fakten meine eigenen Einsatz neu einstufen. Dann gilt es aber auch zu bedenken, dass wir uns nicht nur Freunde geschaffen haben mit unserem Vorgehen. Unser Engagement birgt deshalb gewisse Risiken.

 

Aber eben, es gibt nichts Gutes, ausser man tut es!!

 

Liebe Grüsse

 

Christian Gerig