Summary:
- Artikel im Tagblatt und dem Walliserboten
- Zerstörung von Kulturgütern, Ist die Zukunft der
Taliban am Ende?
- Geplante Reise zur Nordallianz in 3 Wochen
Ziele: Humanitäre Hilfe, Lage der Wirtschaft (AfghanCash), Recherchieren
der Flüchtlingsproblematik
- Hilfsgütertarnsport, Spendenaufruf: www.afghancash.com/Goenner.asp
oder UBS AG Naters: Konto-Nr. 263/55601140M1
- Neue Kooperationen, neue Adresse: Binenweg 5, 3904
Naters, 027 923 68 27
Liebe Freunde von Afghancash!
Das Projekt AfghanCash ist auf einem guten Weg. Ich
freue mich, dass sich in den letzten Wochen weitere sehr interessante Kontakte
ergeben haben. Zuerst möchte ich hier eine kleine Standortbestimmung wagen.
Seit 4 Monaten gibt es das Projekt AfghanCash. Zu Beginn des Projektes haben
Silvia Berger und ich einen Projektplan erstellt. Heute stelle ich fest, dass
in der ersten Phase die Resultate über den Plan hinausgehen. Es ist gelungen,
sehr gute Beziehungen in und ausserhalb von Afghanistan aufzubauen. Die
Erfahrungen der ersten Reise im Dezember gaben mir die nötige Glaubwürdigkeit,
so dass ich auch mit Afghanen und Politikern in der Schweiz ernsthafte
Gespräche führen konnte. Meine Bemühungen, auf das Thema Afghanistan aufmerksam
zu machen, wurden von interessanten aktuellen Vorkommnissen in Afghanistan
unterstützt. So gelang es, ganzseitige Artikel im Walliserboten und den
Tageszeitungen der Ostschweiz zu publizieren, die bereits einige Reaktionen
ausgelöst haben. Am Dienstag wird ein grösserer Artikel in der Solothurner
Zeitung erscheinen. Ich betrachte es als wichtigen Teil des Projektes, über
Afghanistan zu berichten. Natürlich habe ich im letzten Sommer nicht mit so
viel Gegenwind gerechnet. Das Thema Afghanistan wird durch das Verhalten der
Taliban stark belastet. Es kommt noch erschwerend hinzu, dass ich teilweise in
meiner Arbeit gezielt ausgebremst wurde. Enttäuschend ist sicher auch, dass ich
von offizieller Seite her keine wesentliche Unterstützung erhalten habe. Die
meisten Afghanistanexperten sind schon etwas älter und oft sehr eingefahren in
ihren Meinungen und ihrem Vorgehen. Damit habe ich bis heute grössere
Schwierigkeiten.
Sehr positiv erlebe ich aber die Bereicherung durch
die afghanische Kultur. Diese Erfahrungen alleine sind für mich Grund genug,
die Arbeit fortzusetzen. Die Phase 2 kann beginnen!
Seit zwei Wochen stehe ich in engem Kontakt mit
Farhad Akbarzada, einem Orthopäden aus St.Gallen. Farhad wuchs im Panshir-Tal
auf und lebt nun seit 10 Jahren in der Schweiz. Am 16. Februar haben wir uns
entschlossen, gemeinsam eine Reise in den Norden von Afghanistan zu
unternehmen. Seither öffnen sich täglich neue Türen. Dr. Karl Seiler wird mit
grosser Wahrscheinlichkeit auch an der Reise teilnehmen. Er verfügt über
langjährige Erfahrungen mit Afghanen und den Folgen des Krieges. Zusammen mit
Freunden hat er 1989 die „Ostschweizer Hilfe für Afghanistan“ gegründet, die
seither regelmässig humanitäre Hilfe vor Ort leistet. Für die Reise setzen wir
uns drei Ziele:
1. Humanitäre Hilfe
- Besuch von Spitälern, welche schon
Hilfe von uns erhalten haben
- Übergabe von Medikamenten und
Laborreagenzien
- Untersuchung
Tuberkulose-Therapie-Resistenz in diesem Gebiet
- Abklärung konkreter Bedürfnisse
Ziel:
Information unserer Mitglieder sowie der Öffentlichkeit und
der
Schweizer Regierung betreffend der Situation in Afghanistan.
2.
Wirtschaft
Wie können
Exilafghanen direkt ihre Familien im Ausland
unterstützen?
Welche Rolle könnten diese Zahlungen bei einem
Wiederaufbau
des Landes spielen?
Analyse der
Wirtschaft und des Bankensystems.
3.
Journalismus
- Recherchen im Bereich der
Flüchtlinsproblematik und den
Auswirkungen
der Sanktionen auf das afghanische Volk.
Ziel:
Verfassen von Artikeln für die Schweizer Tagespresse
Dr. Abdullah, die rechte Hand von Massoud, hat uns
versichert, dass wir in Afghanistan die Möglichkeit haben werden, unsere Ziele
zu verfolgen. Es besteht sogar eine kleine Wahrscheinlichkeit, dass wir Massoud
persönlich treffen können.
Wir planen, sobald wie möglich abzureisen. Besonders
meine Interessen an der Flüchtlingsfrage sind wegen der Schneeschmelze sehr
zeitkritisch. Etwa 70'000 Menschen sind auf einer Insel, im Grenzfluss zu
Turkmenistan eingeschlossen. Ich werde demnächst die vorgesehene Reiseroute
unter http://www.afghancash.com veröffentlichen.
Im Moment mobilisieren sowohl die Taliban als auch
die Nordallianz ihre letzten Kräfte. Die Lage in Afghanistan wird weiter verunsichert
durch die unklare Haltung der USA. Clinton liess unter dem Druck seiner Frau
und feministischer Organisationen vor zwei Jahren die Taliban (offiziell)
fallen. Es ist denkbar, dass der Texaner Bush wirtschaftliche Interessen
grosser amerikanischer Erdölkonzerne mehr gewichten wird. Bush hat kürzlich im
Irak angedeutet, dass er wenig Energie für diplomatische Lösungen aufbringen
will. In diesen Tagen erheben die
Taliban ihre Waffen gegen die Kulturgüter Afghanistans. Damit zerstören sie die
Seele und die Vergangenheit der Afghanen - eine traurige Entwicklung, die
leider nicht umkehrbar ist. Typisch ist auch, dass uns Maulawi Qodatullah Jamal
(Minister für Kultur und Information) vor zwei Monaten beim Abendessen noch
versichert hat, dass man keine Kunstgegenstände zerstören werde. Mir scheint,
dass die Taliban durch diese Aktion beweisen, dass sie ihre Ziele in
Afghanistan nicht erreicht haben und es nicht geschafft haben, einen
unabhängigen Weg zu finden.
Ich habe das EDA nochmals angeschrieben, das Projekt
doch mit einem kleinen Betrag zu unterstützen. Eine Antwort steht noch aus.
Dafür wurden kürzlich 7 Millionen für Afghanistan an Hilfswerke verteilt, von
denen mir keines Auskunft über die Tätigkeit in Afghanistan geben kann oder
will. Ebenfalls noch offen ist die Entscheidung von Western Union über eine
Kooperation. Ernst Mühlemann hat in Bern an allen wichtigen Stellen meine
Anliegen deponiert. Über die Universität St.Gallen versuche ich, 10 Computer zu
erhalten. Kuno Schedler wird sich um die Finanzierung dieser PC’s kümmern. In
den nächsten Tagen sollte Herr Haji Amin in der Schweiz eintreffen. Er ist
unser Verbindungsmann zu den Taliban, die wir dazu bringen wollen, den nächsten
Hilfsgütertransport teilweise zu bezahlen. Dadurch wären die Taliban mehr
eingebunden und die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Güter gleich wieder an
pakistanische Schmuggler verkauft werden, würde sinken. Wenn Ihr Euch bei
diesem Projekt finanziell beteiligen möchtet (wir planen einen Transport von
etwa 20 Tonnen Medikamenten, Leintüchern, Desinfektionsmitteln und Comutern),
könnt Ihr das mit einem Vermerk bei der GönnerInnen-Anmeldung unter
http://www.afghancash.com/Goenner.asp gerne angeben. Für die Reise ins
Panshir-Tal werden wir Medikamente im Flugzeug mitnehmen.
Die Zusammenarbeit mit P. Bucherer, dem Leiter der
Bibliotheca Afghanica habe ich gelockert. Dafür besteht eine sehr fruchtbare
Beziehung mit der Ostschweizer Hilfe für Afghanistan und jungen Afghanen aus
der Region St.Gallen. Ich habe die letzten Wochen auch dazu genutzt, mein
Wissen im Bereich der islamischen Wirtschaftswissenschaften zu vertiefen. Wenn
ihr Euch für die Talibanbewegung interessiert, kann ich Euch ein sehr
interessantes Buch empfehlen: „Taliban“ von Ahmed Rashid.
Am letzen Wochenende habe ich meinen Haushalt in
St.Gallen aufgelöst. Für die nächsten Monate erreicht man mich über die Adresse
meiner Eltern:
Christian Gerig
Binenweg 5
3904 Naters
027 923 68 27
Ich wünsche Euch allen eine gute und friedliche Zeit!
Christian
http://www.afghancash.com