Summary:
- Probleme mit dem Visum für Tadschikistan
- PC’s für Afghanistan
- Wiedereröffnung des Afghanistan-Museums: Kontakte
zu Frau Dr. Sima Samar
- Beziehung zum EDA, noch keine Unterstützung
- Grosszügige Spende von Privatperson: Damit werde
ich Nahrungsmittel und Medikamente einkaufen
- Treffen mit Dr. Abdullah (Aussenminister und
persönlicher Berater von Kommandant Massoud) in Paris
- Spendenaufruf: Die Situation der Menschen
in Afghanistan ist äusserst prekär. Auf der nächsten Reise will ich in
Tadschikistan Lebensmittel kaufen und mit der Hilfe der Nordallianz nach
Afghanistan einfliegen lassen.
http://www.afghancash.com/Deutsch/Goenner.asp (Ihr könnt direkt im Formular
angeben, für welche Aktion das Geld eingesetzt werden soll)
- Vollständig neu überarbeitete Homepage
http://www.afghancash.com (DEUTSCH und ENGLISCH)
- Buchtipp: „Die Strasse nach Isfahan“ von Gilbert
Sinoué
AfghanCash-Hotline: 079 218 84 61
Liebe Freunde von AfghanCash!
In den letzten Jahren war die Medienpräsenz von
Afghanistan wohl nie so hoch wie heute. Leider konnte die Zerstörung der
Buddha-Statuen in Bamian nicht verhindert werden. Ich verurteile das Vorgehen
der Taliban. Diese Intoleranz betrübt mich. Ich wünschte mir, die Machthaber in
Afghanistan würden einen konstruktiveren Weg einschlagen. Trotz der jüngsten
Entwicklung sollte man aber nicht vergessen, dass sich in Afghanistan eine
humanitäre Katastrophe anbahnt, die sehr viele Menschenleben fordern wird. Als
Einzelperson sind meine Möglichkeiten, dies zu verhindern natürlich sehr
eingeschränkt. Am vergangenen Samstag habe ich mit Botschafter Bärfuss nochmals
meine Pläne diskutiert. Die offizielle Schweiz zweifelt noch am richtigen
Timing für einen Einsatz in Afghanistan. Ohne in die Zukunft sehen zu können
habe ich Mühe, nur mit Daten aus der Vergangenheit das richtige Timing in
Afghanistan abzuschätzen. Ich werde weiter versuchen die Verantwortlichen in
Bern zu informieren.
Die Reise nach Afghanistan von Dr. Karl Seiler, Farhad
Akbarzada und mir wird sich noch etwas verzögern. Tadschikistan hat uns bis
heute noch kein Visum ausgestellt. Ansonsten sind die Vorbereitungen ziemlich
weit fortgeschritten. Wir haben uns entschieden, etwa 1000 kg Medikamente im
Flugzeug nach Dushambe zu transportieren. Die Medikamente haben wir von
Apotheken und der Pharmaindustrie erhalten oder zu sehr günstigen Konditionen
erworben. Pro Kilogramm Material müssen wir der Fluggesellschaft rund 4 Euro
bezahlen. Einen Teil der Kosten wird die Ostschweizer Hilfe für Afghanistan
übernehmen können.
Im letzten Newsletter habe ich berichtet, dass wir
über die Universität St.Gallen 10 PC’s erhalten werden. In der Zwischenzeit
konnte ich die Geräte an der Uni abholen und in St.Gallen zwischenlagern.
Verschiedene Leser des St.Galler Tagblattes haben auf meinen Artikel reagiert
und mir Drucker für Afghanistan überlassen. Ich danke ganz besonders Prof. Dr.
Kuno Schedler, der die Finanzierung der Uni-PC’s übernehmen wird.
Voraussichtlich werde ich einen Teil der Computer in ein Schulprojekt von Frau
Dr. Sima Samar einbringen. Sie hat kürzlich für ihr Engagement in Afghanistan
den Paul Grüninger Preis erhalten. Ich werde mit dieser einzigartigen Frau in
Kontakt bleiben. Ein Besuch in Pakistan, um vor Ort die Details unserer
Zusammenarbeit zu prüfe, ist geplant.
Eine äusserst grosszügige Privatperson aus St.Gallen
ermöglicht mir humanitäre Hilfe in grösserem Ausmass. Ich werde mich bemühen,
das Geld möglichst sinnvoll einzusetzen. Es ist geplant, dass ich in Tadschikistan
Lebensmittel und Saatgut einkaufen werde. Die Situation der Flüchtlinge ist
wirklich enorm prekär. Für die meisten Menschen geht es jetzt ums nackte
Überleben. Ich bin allen Spendern dankbar, dass ich auf der nächsten Reise über
die Mittel verfügen werde, um vor Ort helfen zu können.
Gestern traf ich in der afghanischen Botschaft in
Paris Dr. Abdullah (Aussenminister und persönlicher Berater von Massoud). Ich
konnte mit ihm das Programm unserer nächsten Reise besprechen. Dr. Abdullah hat
uns seine volle Unterstützung im Rahmen seiner Möglichkeiten zugesagt. Er freut
sich über unsere Projekte im Bereich der Wirtschaft und der humanitären Hilfe.
An der Wiedereröffnung des Afghanistan-Museums in
Bubendorf ergab sich die Gelegenheit zu vielen interessanten Gesprächen. Diese
Kontakte führen regelmässig zu neuen Erkenntnissen. Kürzlich habe ich eine
vollständig überarbeitete Version meiner Homepage zum Projekt publiziert. Neu
ist die Seite vor allem für ein deutschsprechendes Publikum ausgelegt. Eure
Anregungen lasse ich gerne in ein Update einfliessen. http://www.afghancash.com
Zum Schluss möchte ich einen Ausschnitt aus einem
persischen Gedicht zitieren:
„Wenn niemals du in Sorge um den andern brennst,
verdienst Du nicht, dass Du Dich einen Menschen nennst.“
(Übertragen ins Deutsche von Dr. Salamat Schiftah)
Gemäss diesen Zeilen ziehe ich die Grenze zwischen
Menschlichkeit und Verbissenheit.
Es grüsst Euch alle ganz herzlich
Christian
http://www.afghancash.com