Summary:
- Voraussichtlicher Abflugtermin 2. Mai 2001
- Reiseroute: Zürich, Taschkent (Usbekistan),
Dushambe (Tadschikistan), Panshir (Afghanistan), Dushambe, ??
-
neue CH-Sanktionen gegen die Taliban und
ihre Auswirkungen
-
kurze persönliche Einschätzung der
aktuellen Lage in Afghanistan
- Hilfsgütertransport: Medikamente,
chirurgische Instrumente, Computer, Server, Drucker, Decken
- neue Kontakte: Hans-Dieter Vontobel (Vontobel
AG), Rolf Escher (Ständerat), PRISMA (Studentenzeitschrift Universität
St.Gallen), Alice Zimmermann (Paul Schiller-Stiftung)
„Bilder beherrschen die Träume – und
Träume beherrschen die Taten.“
Ein lieber Freund von mir, Sergo de Mathos Cunha (www.mygallery.ch), ist ein wirklich wunderbarer
Mensch und Künstler. Er ist reich an Bilder und Träumen. Noch haben zu wenige
Menschen diesen Schatz erkannt. Sergo de Mathos Cunha wird seine Eindrücke und
Emotionen über Afghanistan in einem Bild verarbeiten. Dieses Bild wird dann zu
Gunsten vom Projekt Afghanistan versteigert. Ich danke Dir Sergo für das Bild,
den Traum und die Tat.
Fragen oder Anregungen?
AfghanCash-Hotline:
079 218 84 61
http://www.afghancash.com
Christian.Gerig@student.unisg.ch
Liebe Freunde von
AfghanCash!
„Ihr habt die Uhr, wir haben die Zeit“
Nun scheint es mit der zweiten Reise nach Afghanistan doch noch zu klappen. Über Usbekistan werden wir versuchen nach Tadschikistan einzureisen. Ich habe den Plan eines direkten Fluges nach Tadschikistan nach über 7 Wochen des Hin und Her aufgegeben. Im Moment ist es unmöglich, von hier aus ein Visum für Tadschikistan zu erwirken.
In den nächsten Tagen laufen nun die Vorbereitungen für die Abreise auf Hochtouren. Wir müssen unser Material fertig einpacken. Die Heer Verpackungs AG in St.Gallen wird uns gratis Kisten für den Flugtransport anfertigen. Am kommenden Donnerstag werden wir den definitiven Bescheid über unseren Visumsantrag in Usbekistan erhalten. Unter http://www.afghancash.com werde ich demnächst weitere Unterlagen zu unserer Reise ablegen.
Sanktionen
Am
11. April 2001 hat die Schweiz sich entschlossen, die UNO-Sanktionen vom
vergangenen Dezember gegen die Taliban in ihrem Wortlaut zu übernehmen.
Persönlich habe ich vor und nach dem 11. April gegen diesen Entscheid gekämpft.
Ich stehe dazu, dass ich Sanktionen für einen Fehler halte. Die arme
Bevölkerung wird zuerst noch grösseren Mangel leiden. In diesem Konflikt
einseitig eine Kriegspartei zu sanktionieren kann gefährliche
kriegsverlängernde Auswirkungen haben. Der Dialog verbunden mit viel Tolleranz
und Mut zum Austausch wäre eine prüfenswerte Alternative gewesen. Ich habe
Bundesrat Deiss in einem Brief über meine Enttäuschung informiert. Der Spielraum vom Projekt AfghanCash wurde
durch den neuen Sanktionstext weiter eingeschränkt.
Hilfsgüter
Das Projekt der PC-Schulungsräume hat weitere Fortschritte gemacht. Es wurden uns in den letzten Tagen noch 3 Server, ein PC und 2 Drucker übergeben. Vielen Dank an die grosszügigen Spender.
Eine Freundin von AfghanCash wird 25 Decken spenden. Decken sind oft der einzige Schutz vor der extremen Kälte im Hochgebirge von Afghanistan. Ich freue mich, dass ich dieses Geschenk übergeben darf. Die Paul Schiller-Stiftung wird sich voraussichtlich wesentlich an den Transportkosten von rund 3000.- beteiligen. Die Lebensmittel werden wir in Tadschikistan einkaufen. Da stehen wir noch vor der Aufgabe, das Material von Dushambe nach Afghanistan zu transportieren. Für den Helikopter sind die Sachen wohl zu schwer.
http://www.afghancash.com/Goenner.asp
AfghanCash
Die Reise werden wir dazu nutzen. In Panshir nach Möglichkeit ein kleines Büro zu mieten und 2 Leute einzustellen. Es soll eine Informationszentrale entstehen. Über die Leute in Afghanistan wollen wir deren Verwandte in Europa, USA und Australien erreichen. Die Zentrale soll also ein erster konkreter Schritt in der Umsetzung eines direkten Transaktionssystems sein. Gleichzeitig wollen wir aber auch ein Zeichen setzen, dass das Ausland Afghanistan nicht vergessen hat. Da niemand weiss, wie sich die Situation in Afghanistan entwickeln wird, ist unser Engagement natürlich mit vielen Risiken verbunden. Entsprechend müssen wir unsere Erwartungen und die Kosten tief halten. Die laufenden Kosten für Löhne, Miete, Ausbildung und Material werden sich auf etwa 300 USD belaufen. Über private Spenden hoffe ich diesen Betrag aufbringen zu können.
http://www.afghancash.com/Goenner.asp
Die
Nordallianz geht gestärkt hervor aus den Turbulenzen der letzten Wochen. Viele
Länder haben öffentlich die Taliban kritisiert. Die Spaltung der Taliban in das
Lager der Nationalisten und jenes der Pakistan-Treuen schreitet weiter vor.
Pakistan wird unter Druck geraten. Ich rechne damit, dass die Atommacht
Pakistan im Zweifelsfalle den eigenen Kopf aus der Schlinge ziehen und die
Taliban fallen lassen wird. Die pakistanische Wirtschaft liegt am Boden und ist
dringend auf die Unterstützung der Weltbank angewiesen. In diesem Szenario wird
es zu einem blutigen und zerstörerischen Krieg kommen. Über wie viele Sommer
sich dieser Krieg hinziehen wird, kann ich nicht abschätzen. Die Rolle des Iran
und Indien wird diesen Konflikt ebenfalls prägen. Einmal mehr werden es äussere
Einflüsse sein, die diesen Krieg verlängern.
In den letzten 2 Wochen habe ich sehr viele Briefe geschrieben und unser Projekt bei Politikern und Wirtschaftsvertretern vorgestellt. Ob sich aus diesen Kontakten konkret etwas ergeben wird, müssen wir noch abwarten.
Das PRISMA (die Studentenzeitschrift der Universität St.Gallen) wird über das Projekt in der nächsten Ausgabe einen Artikel veröffentlichen. Damit hoffe ich, dass die Einbindung der Universität in das Projekt weitere Fortschritte machen wird. Im Mai wird im Studentenparlament eventuell über meinen Antrag um Unterstützung aus dem Sozialfons der Universität St.Gallen abgestimmt. Falls ihr da ParlamentarierInnen kennt, wäre das sehr nützlich.
Am Mittwoch findet an der ETH Zürich ein Vortrag zum Thema Afghanistan statt. A. Hottinger, der ehemalige Nahostkorrespondet der NZZ, wird der Referent sein. Ein Besuch dieser Veranstaltung lohnt sich.
Afghanistan:
Das Dorf terrorisiert die Stadt
17:15 - 19:00, HG E3
Bis zum nächsten Newsletter wird es wohl einige Wochen dauern. Afghanistan wartet! Unsere Reise ist eine Chance unserem Mensch-Sein einen Sinn zu geben. Ich bin überzeugt, dass diese Chancen mindestens so zahlreich sind wie die Risiken.
Khasta
na bashid (möget ihr nicht ermüden!)
Christian
http://www.afghancash.com
Hotline:
079 218 84 61