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Reisebericht

Dieser Reisebericht ist ein Zusammenschnitt meiner Tagebucheinträge während der Reise nach Kandahar und Kabul im Dezember 2001

Autor Christian Gerig
Teilnehmer der Reise Paul Bucherer
  Dr. Tilmann Müller
  Dr. Franco Lasagni
  Eric Bouvet
  Christian Gerig
Reiseroute Zürich-Istanbul-Dubai-Pesahwar-Kandahar-Peshawar-
Kabul-Islamabad-Dubai-Istanbul-Zürich

Gespräche Gespräche mit:
- Finanzminister
- Aussenminister
- Kulturminister
- Gouverneur von Kandahar 
- Direktor der Nationalbank
- Direktor der Zentralbank
- Botschafter der Schweiz, Griechenland, Japan und Norwegen

1. Tag 13:00   Abflug ab Zürich
17:00   Ankunft in Istanbul      
18:00   Abflug nach Dubai
24:00   Ankunft in Dubai      
02:50   Abflug nach Peshawar
07:00   Ankunft in Peshawar
 
2. Tag - Besichtigung von Peshawar mit dem Taxi, Geldbazar, Moschee, Markt, Teppichhändler
- 19:00 Treffen mit Haji Amin im Hotel Pearl Continental, Vorstellung des Projektes Afghancash
 
3. Tag - 8:00 Abflug nach Kandhar. Der Flug mit IKRK dauert etwa 2 Stunden
-  Ankunft in Kandahar. Transfer in schwarzen Mercedes-Limousinen zur Unterkunft
- Mittagessen inkl, Pepsi
-  Stadtrundfahrt, Besichtigung einer neuen Moschee, wahrscheinlich das grösste Bauwerk zur Zeit in Afghanistan
-  Gespräch mit Haji Amin über den Islam und die Trennung zwischen Religion und Staat
- langes Gespräch mit Haji Mulla, stv. Aussenminister, Nummer 2 in der Regierung
 
4. Tag - Besuch des Kankenhausen Mirwais in Kandahar
- Weil wir in einem Klassenzimmer für Krankenschwestern ein Foto schiessen, wird uns beinahe ein Mann vom afghanischen Geheimdienst gefährlich
- dem Krankenhaus fehlt es an Material und Spezialisten
- Treffen mit dem zweiten Aussenminister der Taliban und dem Gouverneur von Kandahar
- Besuch beim IKRK (Herr Nobs), wir sind für Samstag zum Mittagessen eingeladen
- von 18:00 bis 24:00 sitzen wir beim Tee und reden über die Unterschiede zwischen den Kulturen
- Besuch von Haji Mulla, er wird uns morgen begleiten

5. Tag - Ausflug mit Haji Mulla persönlich in das Hinterland von Kandahar:
Zwischenfall bei der Moschee: beinahe kommt es zu einer Schiesserei.
Reiseroute:
      Staudamm, der See ist völlig ausgetrocknet
      Bauer, dieses Jahr werden Zwiebeln angebaut
      Früher war dieser Bauer ein Schlafmohnproduzent
      Brunnenbohrungen:
      Grundwasserspiegel=-25 m, Bohrtiefe=75 m,
      Kosten=10000 US Dollar, Geräte werden gemietet
Die Wüste ist beeindruckend, die Dürre teilweise sehr schlimm
- Abends lange Gespräche über freien Journalismus und die Lage Afghanistan. Die Taliban bemühen sich nicht, in den Medien dieser Welt ein eigenes Profil darzustellen.
- Trauerfeier für den Onkel von Mulla Omar findet statt, Freitagsgebet

6. Tag - Nach dem Frühstück Start zur einer Rundfahrt
      - Kieswerk am Rand der Stadt
      - Mausoleum Mirwais
      - 40 Treppen: Grotte auf einem Hügel über altem Tanklager der Sowjetunion, Blick auf Gefängnis und Minenfelder
- Mittagessen beim IKRK: 10 Leute, grosse schöne Häuser
gepflegte Gärten, hervorragendes Essen
- mörderische Rückfahrt durch die Strassen von Kandahar, werden wir verfolgt?
- wir dürfen das Haus nicht mehr verlassen
- Abends Gespräche mit Amin
- Besuch von Haji Mulla

7. Tag - Flug von Kandaher nach Peshawar, kleine Turbulenzen
- Transfer zum Hotel Pearl Continental
- Abendessen mit allen Gruppenmitgliedern im Hotel  

8. Tag - Rundfahrt durch Peshawar mit 4 Afghanen 
(Bekannte von Dr. Lasagni)
      - Teppichläden, Preise: 20 bis 50 Dollar
      - Juwelierläden
- Mittagessen
- Rundfahrt mit P. Bucherer
      - Druckerei, 600 Visitenkarten 2C 2 Seiten = 30 Dollar
      - Universität, Treffen mit 2 Professoren
      - Buchladen, Kauf eines Korans (7 Dollar)
- Abendessen

9. Tag

- Haji kann in letzter Minute doch noch das Visum für den Fotografen besorgen.
- Flug von Peshawar nach Kabul (Zwischenhalt in Jalalabad)
- Einzug im Hotel Ariana, gegenüber Platz für Hinrichtungen (Erhängen)
- Klima: Kühle Luft der Berge, etwas Schnee, 1800 müM. , sehr kalt in der Nacht
- Treffen beim IKRK in Kabul:
      -     gute Informationen über die Bedürfnisse im
            Gesundheitswesen
      -     Kontakt mit zwei Leuten vom Economic Security
- kurzes Treffen mit Haji Amin


10. Tag - Treffen in der Afghanistan Bank
Die Bank ist eingeteilt in folgende Bereiche:
            -      National Bank, Geldpolitik
            -      Central Bank, besorgt das Bankensystem
            -      Commercial Bank, Handelsbank
            -      Spezialbanken, z.B. Hypothekarbank
- Die Sanktionen verunmöglichen den Transfer von Geld nach Afghanistan, Beziehungen zu vielen Ländern  bestanden früher.
Im Moment funktioniert nicht einmal mehr der
Zahlungsverkehr mit anderen Zentralbanken, dafuer bestehen
für vergangene Dienstleistungen noch Verpflichtungen der
Afghanistan Bank im Ausland
- Computer sind Mangelware, es werden Anstrengungen unternommen, um die Leute zu schulen.
Besichtigungen eines Schulungsraumes mit 8 PC's (je 900 $)
- Afghanistan braucht die Aussicht auf langfristige Stabilität!
- im Hotel treffe ich einen Mann, der eine NGO aufbauen will, in der sich die Afghanen selber organisieren, um den Wiederaufbau ihres Landes in Angriff zu nehmen.
Von jeder Provinz in Afghanistan soll ein Abgeordneter bestimmt werden.
- Besuch auf der Deutschen Botschaft, hier harrt noch eine Frau Irene Salimi aus:
      -     Wir erfahren viel über die Not und die unsichere Situation
      -      Anscheinend rechnet man hier stündlich mit einem
            Angriff der US

11. Tag

- Besuch beim Finanzminister Maulavi Arifullh (Arif) Deputy finance Minister:
      -      beeindruckendes Gespräch
      -      Privatbanken sind willkommen
      -     Die Sanktionen (Finanztransaktionen) treffen das Land sehr

- Besuch auf der Nationalbank:
Ich erhalte eine Liste mit allen Partnerbanken im Ausland
- Besichtigung der Deutschen Schule
2000 Schüler, bis zur Matura
- Stadtrundfahrt:
      -      Parlamentsgebäude
      -      Grabstädte
      -      praktisch alle Häuser sind ganz oder teilweise zerstört
      -      Im Stadion ist jeweils am Freitag Köpfen und Hände abhacken angesagt (natürlich nur bei guter Witterung)
- gutes Gespräch mit Haji Amin über die Sanktionen
Man ist hier sehr beunruhigt über die neuen Sanktionen, sie werden vor allem die armen Menschen treffen.


12. Tag - Ich schlafe den ganzen Tag, hohes Fieber legt mich völlig flach  
13. Tag - In der Nacht hörte ich immer wieder Flugzeuge und Sirenen. Es hat viel geregnet
- Chickenstreet:
früher bekannte Einkaufsstrasse, für 13 $ kaufe ich 3 Trinkbecher
- Rundfahrt mit Haji Amin
- Es regnete den ganzen Tag
- Abendessen mit dem Kulturminister:
Das Essen war sehr gut. Sonst war die Stimmung aber eher verhalten.

14. Tag - Auszug aus dem Hotel Ariana
- Ankunft auf dem Flughafen:
Haji hat unser ExitVisa doch nicht beschafft, wir stecken am Zoll fest, während unser Flugzeug schon auf dem Rollfeld steht.
In letzter Minute erhalte wir doch noch unser Visum.
Bei dichtem Nebel landen wir um 12:00 in Peshawar.
- Einzug im Hotel Pearl Continental damit endet mein Aufenthalt in Afghanistan
- Dr. Lasagni, Eric Bouvet, Hadij Amin und Faruq Sediq haben uns verlassen, sie reisen direkt weiter nach Europa.
 
15. Tag - Fahrt nach Islamabad
- Bild gekauft im Hotel Mariott
- Besuch in der Schweizer Botschaft:
Gespräche und Mittagessen mit mehreren ausländischen Botschaftern
- Auf der Rückreise können wir einem Brotbäcker bei der Arbeit zusehen
- Die Rückreise war mindestens so riskant wie Fliegen mit Ariana (afghanische Airline)

16. Tag

- Unser Aufenthalt in Pakistan ist beendet,
      7:00 Abfahrt vom Hotel
      9:00 Abflug vom Flughafen Richtung Dubai
      13:00 Ankunft in Dubai

Stadtrundfahrt, praktisch kein Gebäude ist hier älter als 5 Jahre. Grösser könnten die Gegensätze nicht sein, Afghanistan gehört zu den ärmsten Ländern dieser Welt, in Dubai sind die Strassen praktisch mit Gold gepflastert.


17. Tag             04:00  Abflug
            11:00  Zwischenlandung in Istanbul
            14:00  Ankunft in Zürich Kloten

Gegensätze
Dubai
Afghanistan

 

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